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Junger Trieb. Quelle: Pixabay

Der Generationenmythos

| Rainer Glaap

Im Marketing, auch im Kulturmarketing, wird gerne mit der angeblichen Unterschiedlichkeit der Generationen Babyboomer, Generation X (oder Golf), Y (Millennials) und Z (Youtube) argumentiert. Jede Generation sei anders und müsse daher im Marketing durch besondere Maßnahmen speziell angesprochen werden.

Dem scheint aber gar nicht so zu sein.

Der Soziologe Martin Schröder hat dazu im vergangenen Jahr in der renommierten "Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie" eine Studie vorgelegt.

Im Abstract auf der Verlagsseite heißt es:

"Dieser Artikel zeigt, dass deutsche Nachkriegskohorten sich kaum in ihren Einstellungen unterscheiden, weder in Bezug auf Lebensziele noch in Bezug auf Sorgen oder gesellschaftliches und politisches Engagement. Diese Kohorteneffekte werden unter Kontrolle von Alters- und Periodeneffekten mit bis zu 551.664 Beobachtungen von bis zu 76.161 Individuen des Sozio-oekonomischen Panels berechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass von der Literatur postulierte Generationsunterschiede zwischen der sogenannten Generation Y, X, den Babyboomern, den ’68ern sowie der sogenannten Skeptischen Nachkriegsgeneration in Wirklichkeit kaum existieren. Weithin verbreitete Vorstellungen, wie Generationen sich in ihren Einstellungen unterscheiden, finden sich somit empirisch nicht bestätigt. Angesichts dessen sind Umfragen wie die Shell Jugendstudie wenig sinnvoll, ebenso wie eine Managementliteratur, die Ratschläge zum Umgang mit Generationenunterschieden gibt, welche empirisch nicht feststellbar sind."

Sofern solche Unterschiede bisher im Marketing gemacht wurden, wird man sicherlich untersuchen müssen, wie hilfreich solche Unterscheidungen wirklich sind.

Die Studie ist im Springer-Verlag erschienen. Weitere Infos finden Sie hier.