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Neues Buch zur Nicht-Besucherforschung von Prof. Martin Tröndle (Hrsg.)

| Rainer Glaap

Besucherforschung für Kultureinrichtungen ist nicht komplett ohne einen Blick auf die, die nicht ins Theater, die Oper oder ins Museum gehen, eben die Nicht-Besucher. Ein Forschungsobjekt, das langsam an Fahrt aufnimmt. Manche unter unseren Lesern werden sich noch an den Vortrag von Thomas Renz auf unserem Anwenderforum vor einigen Jahren erinnern, der über eben diese Nicht-Besucher promoviert und bei uns einen Vortrag dazu gehalten hatte.

Vor wenigen Wochen ist nun ein weiteres Buch mit dem Titel „Nicht-Besucherforschung“ mit dem Untertitel „Audience Development für Kultureinrichtungen“ erscheinen, nämlich von Martin Tröndle. Tröndle ist Inhaber einer Professur für Kulturmanagement in Konstanz (Würth Chair of Cultural Production an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen) und bisher u. a. bekannt für sein kontrovers aufgenommenes Buch „Das Konzert“ (2014).

Kulturmanagement.net konnte Tibor Kliment, Professor für Empirisches Medien- und Kulturmanagement in Köln, gewinnen, eine sehr ausführliche und sachkundige Rezension zu schreiben.

Tröndles einleitendes Kapitel zur Historie der (Nicht-)Besucherforschung ist erhellend, Kliment bemerkt aber das Fehlen einiger bekannter deutscher Autor*innen wie Keuchel und Reubrand (zu letzterem s. FORUM 1/2018).

Als Empiriker bemängelt Kliment den Befragungsansatz Tröndles: die gewählte Gruppe, deren Kulturaffinität und Besuchshäufigkeit untersucht wird, lässt kaum Schlüsse auf die allgemeine Bevölkerung zu. Es handelt sich nämlich um eine nicht repräsentative Gruppe von ca. 1.200 Studenten aus Brandenburg und Berlin.

Interessant findet er allerdings den Ansatz, eine Gruppe von 80 Nicht-Besuchern gezielt in Theater- und Opernaufführungen mitzunehmen und sie vorher und nachher zu ihren Erwartungen und Erfahrungen zu befragen.

Kliments Fazit:

„Lässt man dies [die methodischen Mängel, Anm. d. Verf.] beiseite, gewinnt die Studie aber mit dem originellen Ansatz, die Nicht-Besucher mit konkreten Aufführungserlebnissen zu konfrontieren. Dieses ermöglicht das Herausarbeiten von deren vorgefassten Erwartungs- und Erlebnismustern. Das Buch thematisiert die psychologischen und soziokulturellen Barrieren, die Nähe oder Distanz zur Kultur stiften, und veranschaulicht, inwieweit das konkrete Besuchserlebnisses die Kraft besitzt, diese Dinge zu verändern. Insofern ist die Studie zwar nicht der apostrophierte große Wurf, aber ein interessantes, zusätzliches Puzzlestück der Nicht-Besucherforschung.

Das Buch ist damit für Kulturschaffende und Kulturmarketing relevant, für Studierende der Kulturwissenschaften und alle, die einen schnellen Einstieg in das Thema Nicht-Besucherforschung suchen.“

Die vollständige Rezension von Tibor Kliment finden Sie hier.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auch gerne auf die September-Ausgabe des KM Magazins, das sich dem Thema „Audience Development“ widmet – mit Beiträgen von u. a. Irene Knava und Vera Allmanritter, die ebenso wie Thomas Renz (s. FORUM 2/2016) schon auf diversen Anwenderforen von EVENTIM aufgetreten sind.

Leiten Sie die E-Mail gerne in Ihrem Hause an weitere möglicherweise interessierte Mitarbeiter*innen an der Kasse, im Marketing und in der Verwaltung weiter. Unter diesem Link können sich neue Kolleg*innen auch gerne selbst registrieren.