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SMART CITIES – UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DIE KULTUR - Die Städte der Zukunft werden smart.

| FORUM Redaktion

Schon heute experimentiert nahezu jede größere Stadt mit Ideen und Konzepten, wie sich mithilfe neuer technischer Entwicklungen sowie der Informations- und Kommunikationstechniken das Leben moderner, nachhaltiger und lebenswerter gestalten lässt. Im Fokus stehen dabei unweigerlich Themen wie Mobilität, Transport oder Energieeffizienz. Doch die Digitalisierung und Vernetzung der Städte wird sich auf alle Lebensbereiche auswirken. Auch auf die Kultur und die Art, wie diese konsumiert wird. In Hamburg läuft dazu seit 2017 im Zusammenspiel verschiedener Akteure aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur – die HafenCity Universität Hamburg (HCU), das Archäologische Museum Hamburg (AMH), das Digitalnetzwerk Hamburg@work und das Unternehmen eCulture.info – das Projekt „SmartSquare“.

Kulturelles Storytelling im urbanen Reallabor

Dieses urbane Reallabor ist mitten in der Hamburger Innenstadt verortet, genauer gesagt, auf dem Domplatz, einst der Standort der Hammaburg und damit nicht nur Keimzelle der heutigen Hansestadt, sondern auch über Jahrhunderte ihr geistig-kultureller Mittelpunkt.

Hier erprobt das Team um Initiator Professor Jens Bley praktisch und live, wie sich unter dem Einsatz digitaler Tools der Platz von einem Transitraum zu einem attraktiven Ort des Verweilens und des gesellschaftlichen Zusammenlebens entwickeln lässt. Dabei kommt dem kulturellen Storytelling eine entscheidende Bedeutung zu: Durch ein Zusammenspiel von Digital Signage, Augmented und Virtual Reality, Chatbot, Soundscaping und flankierender Landing Pages können Besucher des Domplatzes dessen Geschichte mit allen Sinnen erleben. Dazu wurde der Platz mit „explorativen kulturellen Injektionen“ versehen, über die sich historische Artefakte virtuell entdecken lassen. In deren Präsentation sind schon jetzt angrenzende Einzelhändler und wirtschaftstreibende Anrainer bewusst eingebunden. Zukünftig sollen konkrete Dienstleistungskonzepte mit und für diese entwickelt werden, um über das kulturelle Storytelling auch die lokale Wirtschaft zu fördern. In einem nächsten Schritt ist es geplant, zusätzlich kulturelle Service-Szenarien für den urbanen Raum zu erzeugen, die auf den Erkenntnissen des „SmartSquare“ basieren und sich auch auf andere Städte anwenden lassen.

Raus zu den Menschen

Im Rahmen des Projekts „SmartSquare“ hat sich der Hamburger Domplatz also in ein multimediales Freiluftmuseum verwandelt. Während es Menschen bisher gewohnt waren, bewusst eine Ausstellung zu besuchen, findet diese nun mitten in ihrem Alltagsleben statt – und erreicht damit eine ungleich größere Anzahl Menschen. Ein Modell, das auch für die darstellenden Künste in smarten Städten Schule machen könnte. Denn mit der Vernetzung und durch die Verbreitung neuer Technologien wird die Kulturvermittlung grundsätzlich unabhängiger von ihren angestammten Orten und könnte sich somit verstärkt in die Öffentlichkeit verlagern. Zumal bisherige Raumnutzungskonzepte, bei denen ein Gebäude nur für einen bestimmten Zweck verwendet und außerhalb dieses Zwecks nicht genutzt wird, in den auf maximale Effizienz ausgelegten Smart Cities der Vergangenheit angehören dürften.

Erste Ansätze, wie die darstellenden Künste die Digitalisierung nutzen und die Smart Cities für sich erobern können, liefern beispielsweise „DIE DIGITALBÜHNE ZÜRICH“ und das „Virtuelle Konzerthaus Berlin“, die für ihre Inszenierungen und die Kulturvermittlung auf digitale Medien setzen.

Anmerkung: Prof. Bley hat auf dem Anwenderforum 2019 in Nürnberg einen Vortrag zum Thema "Smart Cities" gehalten. Weitere Informationen zur Hafen City University finden Sie hier: https://www.hcu-hamburg.de/research/csl/

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in FORUM 1/2019. Das vollständige Heft kann unter www.eventim-inhouse.de/forum/ eingesehen werden (nur für registrierte Benutzer).

 

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