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Quelle: Pixabay

Usher ist auch ein Buch von Edgar Allan Poe

| Rainer Glaap

„Der Untergang des Hauses Usher“ ist ein bekannter Horror-Roman von Edgar Allan Poe aus dem Jahre 1839.

Ein „Usher“ ist im Englischen aber auch das Wort für Platzanweiser*innen oder – weiter gefasst – für Mitarbeiter*innen des Vorderhaus- oder Service-Personals.

In vielen deutschen Kultureinrichtungen gibt es dazu festes Personal, manchmal mit eigenen, gelegentlich auch über einen Dienstleister gestellte Mitarbeiter*innen. Und manchmal gibt es bei kleineren Kultureinrichtungen einen Stamm von sich abwechselnden ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die einige Male im Monat Service-Aufgaben übernehmen.

Die Mitarbeiter*innen arbeiten an der Kasse, an der Garderobe und/oder beim Einlass, manchmal nur zentral am Haupteingang zur Kartenkontrolle, manchmal an jeder Saaltür.

Die Aufgaben sind vielfältig, es geht immer darum, den Besuchern einer Vorstellung mit Freundlichkeit und Zuverlässigkeit einen reibungslosen Ablauf des Theater-, Konzert- oder Opernbesuchs zu ermöglichen. Alle Service-Mitarbeiter*innen sollten ein Grundverständnis der Veranstaltung haben und Fragen nach dem Inhalt des Stücks, der Länge und der Anzahl der Pausen beantworten können. Auch sollte die Lage der Toiletten, Aufzüge, Ausgänge etc. bekannt sein – damit Besuchern entsprechend Auskunft gegeben bzw. assistiert werden kann.

Gelegentlich kommt Konfliktmanagement hinzu, wenn sich zwei Besucher um einen Platz streiten (einer hat meist Unrecht und hat sich im Abo-Termin vertan), Getränke mit in den Saal nehmen wollen (in der Regel nicht erlaubt), Mantel und Schirm nicht an der Garderobe abgeben wollen (aus Sicherheitsgründen leider doch immer notwendig) oder unberechtigterweise filmen oder fotografieren (s. dazu den Bericht über Anne-Sophie Mutter, die ein Konzert in Cincinnati abgebrochen hat, bis die Störerin aus der ersten Reihe hinausgeleitet wurde) etc. Hier verweise ich gerne auch auf den Gastbeitrag von Carsten Höth vor einigen Tagen in diesem Blog, in dem er von einer Schulung für Veranstalter durch das LKA berichtet.

Haben Sie für Ihr Personal eine schriftliche Handlungsanweisung, welche Aufgaben genau zu erfüllen sind, welcher Verhaltenskodex gilt, welcher Dresscode, welche Notfall-Prozeduren eingehalten werden müssen, wie Evakuierungen ablaufen (ich erinnere mich an eine Vorstellung im Darmstädter Staatstheater, in der ein Scheinwerfer anfing zu brennen und ich eine alte Dame am Arm sicher aus dem Theater geleitet habe – und wieder zurück an ihren Platz, als die Gefahr gebannt war)?

Im angelsächsischen Raum habe ich dazu einige Publikationen einzelner Häuser gefunden, die Sie leicht auch mit dem Suchbegriff „theatre ushers manual -church“  über Google finden können.

Sollten Sie noch nicht über ein solches „Handbuch für das Vorderhauspersonal“ verfügen, wäre es vielleicht an der Zeit, über die Erstellung eines solchen nachzudenken.

Gerne freue ich mich über Ihre Einsendungen oder Verlinkung Ihrer Dokumente in der Kommentarfunktion.

Leiten Sie die E-Mail gerne in Ihrem Hause an weitere möglicherweise interessierte Mitarbeiter*innen an der Kasse, im Marketing und in der Verwaltung weiter. Unter diesem Link können sich neue Kolleg*innen auch gerne selbst registrieren.